Stellungnahme DGHO (Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V.), 20.11.2025
Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) begrüßt den Referentenentwurf zur Stärkung von Medizinregistern und zur besseren Nutzung von Registerdaten. Medizinregister sind zentral für Versorgung und Forschung, da sie realitätsnahe Daten zu Krankheitsverläufen und Therapieergebnissen liefern – insbesondere bei seltenen Erkrankungen.
Die DGHO betont jedoch, dass die im Entwurf vorgesehenen Qualifizierungsanforderungen für akademische, oft ressourcenbegrenzte Register zu umfangreich sein könnten. Sie fordert daher abgestufte, praxisnahe Kriterien, die Größe, Struktur und Krankheitsprävalenz angemessen berücksichtigen. Dazu gehören u. a. vereinfachte Anforderungen an QM-Handbücher, IT-Konzepte und Patient*innenpartizipation sowie eine Vermeidung unnötiger bürokratischer Hürden.
Zudem weist die DGHO auf den hohen Finanzierungsbedarf akademischer Register hin und fordert eine langfristige Mittelbereitstellung, idealerweise unter Beteiligung der Kostenträger und des G-BA. Schließlich sollte die Expertise medizinisch-wissenschaftlicher Fachgesellschaften im geplanten Zentrum für Medizinregister systematisch eingebunden werden, um Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der Registerlandschaft zu unterstützen.
Stellungnahme DGKJ (Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V.), 20.11.2025
Die DGKJ begrüßt den Referentenentwurf zur Stärkung von Medizinregistern, warnt jedoch vor erheblichen Belastungen für pädiatrische und spezialisierte Register. Besonders das geplante Qualifizierungsverfahren sowie das Medizinregisterverzeichnis seien zu bürokratisch und für viele kleinere Register kaum zu bewältigen. Auch die vorgesehenen Regelungen zur Datenfreigabe brächten kaum Entlastung und seien für Minderjährige nicht ausreichend geklärt. Die DGKJ fordert eine klare Abgrenzung zu klinischen Studien, einen bidirektionalen Datenaustausch zwischen Registern sowie ein tragfähiges Finanzierungskonzept, damit insbesondere Register zu seltenen Erkrankungen weiterhin bestehen und Forschung ermöglichen können.
Referentenentwurf Medizinregistergesetz, 27.10.2025
Gesetz zur Stärkung von Medizinregistern und zur Verbesserung der Medizinregisterdatennutzung
Bildquelle: iStock